Ich plane meine Touren, gerade die längeren, schon im Jahr vorher. So auch diese. Im letzten Jahr habe ich irgendwann, irgendwo vom Rheinterrassenweg gelesen und hatte die Idee, ihn zu laufen. Monika hatte sich spontan bereit erklärt, wieder mit mir zusammen durch die Weinberge zu laufen (siehe auch den Rheingauer Klostersteig), dieses Mal in Rheinhessen.
Gesagt, getan. Die Planung der Etappen war dieses Mal auf den ersten Blick nicht so einfach, da ich trotz zeitiger Planung an meinen Wunschstandorten keine Unterkünfte gefunden habe, die mir auch preislich zugesagt hätten. Irgendwann bin ich auf „Die Schlummerstube“ in Guntersblum gestoßen (Pension zur Schlummerstube). Eine schöne, kleine Pension mit sehr gutem Frühstück. Der Wanderweg führt keine 500 Meter daran vorbei.
Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr macht eine solche Variante möglich. Selbst am Wochenende fährt alle halbe Stunde ein Zug entlang der Strecke Worms/Mainz und man kann die Etappen bequem so planen, dass immer eine Haltestelle in der Nähe ist. Zur Pension läuft man noch einmal rund einen Kilometer. Das sollte man bei der Planung beachten.

So sind wir dann am Freitagmorgen, dank Monikas Mann, sehr bequem auf dem Weg zum Bahnhof Worms. Hier startet einer der Zuwege, denn der offizielle Start ist am Schloss Worms-Herrnsheim. Selbst die Zuwege sind sehr gut ausgeschildert. Wir laufen nicht erst in die Innenstadt von Worms, um zum Beispiel den Dom zu besichtigen, sondern gleich in die andere Richtung, raus aus der Innenstadt. Der Weg zum Schloss verläuft dann auch hauptsächlich durch Parks und Nebenwege.
Nach rund fünf Kilometern sind wir am Schloss Herrnsheim und somit am offiziellen Start des Weges. Tatsächlich war ich hier auch schon mal, beim Wandern eines anderen sehr langen Weges. Der Lutherweg führt nämlich auch hier entlang. Im Schlosspark hören wir auch ein Riesenspektakel der „Neubürger“: Ein sehr großer Schwarm Halsbandsittiche hat es sich in den Bäumen ringsum bequem gemacht. Leider sind sie viel zu schnell zum Fotografieren und ein grüner Vogel im grünen Laub … Wird halt auch nix.


Raus aus dem Park, über eine Straße, einen kleinen Hügel hoch und zack, sind wir in den Weinbergen. Es hängen noch Trauben an der einen oder anderen Stelle und sie sind zuckersüß. Leider mit sehr vielen Kernen, das trübt meinen Genuss ein wenig. Wir laufen durch die Weinberge, leider über viel Asphalt, und dann geht es gefühlt geradeaus, aber der Wegweiser zeigt nach links … Hmmm … Wir folgen dem Wegweiser und kommen an einigen Skulpturen vorbei. Um genau zu sein, an dreien … Ob man den Schlenker jetzt macht oder nicht … Kann man machen. Der gesamte Skulpturenweg geht woanders lang, mit diesem Schlenker sieht man nur einen Teil davon.
Nach nur 14,5 Kilometern endet unser Tag heute auch schon am Bahnhof von Osthofen. Wir fahren mit dem Zug nach Guntersblum, checken in unserer Pension ein und suchen noch etwas zu essen. Viele Möglichkeiten gibt es nicht und wir landen im Landgasthof „Zum Adler“. Klassische deutsche Küche, gute Hausmannskost ohne Schnickschnack, gut gemacht.




