
Von Livingstone aus machen wir uns mit dem Taxi zur Grenze von Botswana auf. Wir haben überlegt, den Minibus zu nehmen, der günstiger gewesen wäre, aber da waren wir nicht sicher, ob wir bis zur Grenze gekommen wären oder nur in die Nähe. Das wollten wir nicht riskieren.
Der Grenzprozess von Sambia nach Botswana ist grandios geregelt. Erst einmal muss man an der sambischen Grenze aus dem Auto raus und mit den Schuhen durch eine Flüssigkeit gehen, dann wieder einsteigen und das Auto fährt auch durch eine solche Flüssigkeitsansammlung. Das ist gegen die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche.
Dann hält man an der Medizinischen Einreise.
Dort wird überprüft, ob man so gesund aussieht, wo man herkommt (könnte ja aus einem Gelbfiebergebiet sein). Wir sehen offensichtlich gesund aus, aus einem Gelbfiebergebiet kommen wir dieses Mal nicht, also haben wir beide einen Papierzettel mit einer Nummer und dem Hinweis bekommen, dass er wichtig ist. Genau dieser Zettel.
Wieder ins Taxi und weiter zu einem sehr großen Gebäude, ähnlich einem Flugzeughangar. Hier ist jetzt der Moment, wo sich der Taxifahrer verabschiedet und man erst mal allein weiter muss. In der Halle auf der rechten Seite, von Sambia aus kommend, ist die Ausreise Sambia geregelt. Danach geht man quer durch ebendiese Halle auf die linke Seite, dort ist die Einreise von Botswana. Hier wird auch wieder der kleine Papierzettel relevant. Den will mein Grenzer sehen. Und wie lange ich da bin und wohin ich will und wohin es dann weitergeht. Grenzer sind weltweit neugierige Menschen.






Wir haben alle Fragen offensichtlich richtig beantwortet und dürfen weiter. Auf der anderen Seite müssen wir neu verhandeln, was es denn kostet, um zu unserer Unterkunft zu kommen. Hier in Botswana wollen sie Dollar nicht ganz so gerne haben, Pula haben wir allerdings noch nicht. Da einigen wir uns letztendlich auf Kreditkartenzahlung.
Von Kinsane aus machen wir uns dann zu einer dreitägigen Zeltsafari auf. Es gibt unfassbar viele Anbieter und höchst unterschiedliche Preise. Aber Safari ist Safari, deswegen…… Geht´s gleich weiter nach Simbabwe 🙂
Hier ist der Grenzübertritt nicht ganz so beeindruckend geregelt, sondern wieder wie bei der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Aussteigen, stempeln, weiter laufen dieses Mal, einreisen (den Grenzer dezent darauf hinweisen, dass man einen Multi-entry hat und nicht nochmal 30$ zahlt), Taxi suchen, weiter geht´s. Der Weg von der Grenze nach Victoria Falls ist durch einen Nationalpark. Was bedeutet, zum einen haben die Tiere Vorfahrt (die Elefanten nutzen das auch und kreuzen die Straße in Herdenstärke) und zum anderen gilt Tempo 60 ….. eigentlich. Offensichtlich ist 100 km/h nah genug an 60.

Insgesamt hat uns die Reise von Kinsane nach Victoria Falls nur zwei Stunden gekostet und wir sind sehr früh im Hotel. Zu früh für ein Zimmer, aber wir haben einen Pool, also legen wir uns erst einmal dahin. Für den Rest des Tages wollen wir uns einfach nur erholen und chillen. Aber….. auch im Urlaub kommt es gerne mal anders, als man denkt. Wir haben über GetYourGuide im Vorfeld für den Folgetag einen Helikopterrundflug gebucht. Wie in diversen Foren und Reisebüchern beschrieben, am Nachmittag (der frühe Vormittag ist nicht unserer beide Sache) für gutes Kameralicht. Die melden sich just als wir am Pool darniederliegen, dass unser Termin geschoben werden müsste auf den Mittag. Kurze Konferenz – „nein liebe Leute, morgen Mittag können wir nicht, aber wenn ihr es hinbekommt, ad hoc noch heute Nachmittag“ und sie können uns schieben.
Damit verkürzt sich mein „aufgeregt sein“ auf wenige Stunden. Ich saß vorher noch nie in einem Hubschrauber und bin grundsätzlich nicht so der unaufgeregte Flieger. Von daher schaue ich der Sache mit einer gewissen (An) Spannung entgegen. Kirsti hingegen – die Ruhe selbst, freut sich tierisch auf die Aktion und ist megagespannt.
Wir werden abgeholt und schauen noch ein paar Minuten den startenden und landenden Helis zu. Es kommen noch drei weitere Personen dazu, mit denen wir die Tour machen. Es gibt eine Sicherheitseinweisung, wie wir unter den Drehflügeln durchkommen, was man alles anbinden muss, und wir werden alle gewogen. Das ist notwendig, weil Helikopter aufgrund ihrer geringen Größe exakt tariert, sprich „beladen“ werden müssen, um nicht „schief“ zu fliegen.

Dann landet unser Heli, Passagiere steigen aus, und wir steigen ein. Kaum sitzen wir und haben die Kopfhörer auf, ein kleiner Radio Check, ob wir den Piloten auch hören, und los geht´s in die Luft in Richtung der Fälle. Wir fliegen eine Acht, so dass jeder mal jede Seite der Fälle sehen kann. Es ist imposant und laut. Vor lauter Schauen und Knipsen habe ich kaum Zeit, nervös zu sein. Die Fälle sind von oben genauso gigantisch, wie von unten, nur anders. Wir sind insgesamt 12 Minuten in der Luft. Der Preis des Ganzen richtet sich an die Zeit, die man in der Luft ist. Bei manchen Veranstaltern werden zusätzliche Kerosinkosten erhoben. Und die Wahl der Uhrzeit war hervorragend. Das Licht war super, nicht zu grell, leicht in die orange-rote Ecke gehend. Ein Traum für jeden, der gern fotografiert.
Dann geht es zurück und ich werde dann doch noch ein wenig unruhig, weil es durch die Thermik doch mehr wackelt, als ich es gerne habe.





Den Abend verbringen wir dann in unserem Hotel und schwelgen in dem, was wir gesehen haben.
Am nächsten Tag steht dann, mit festem Boden unter den Füßen, der Besuch der Fälle zu Fuß an. Wir laufen die Strecke von unserem Hotel bis zum Eingang der Fälle. Die simbabwische Seite der Fälle ist um einiges länger als die sambische. Ob das der Grund ist, warum der Eintritt mehr als doppelt so teuer ist…… Der Eintritt beträgt hier, um diese Uhrzeit und als Ausländer, 56$. Diese Uhrzeit, weil es auch Nachtbesuchszeiten gibt, insbesondere bei Vollmond, wo man dann die seltenen Nachtregenbögen sehen kann. Das kostet dann nochmal extra. Wir sind einfach zur falschen Zeit da. Vollmond ist erst wieder in zwei Wochen.
Auch hier auf dieser Seite der Fälle braucht man nicht wirklich einen Reiseführer. Die Wege sind eindeutig gekennzeichnet, verlaufen ist praktisch unmöglich.





Die Aussicht ist auch hier spektakulär bei all den Wassermassen. Die Gischt schleudert hoch, wir werden richtig nass an manchen Stellen. Und es ist rutschig. Eine Französin, die ein besonders spektakuläres Foto machen will, rutscht auf den glitschigen Steinen mit ihren Flip-Flops aus. Ein wenig festeres Schuhwerk darf es schon sein, wenn man mehr machen möchte, als auf den Wegen rumzulaufen.
Die Sicht ist aufgrund der Gischt nicht immer gut, für Fotos muss ich immer ein wenig auf „Wolkenlücken“ warten, dafür ist es beeindruckend auf der gesamten Front.
Auch hier sind wir froh, dass wir individuell unsere Zeit verbringen können und nicht durchhecheln müssen, wie die Reisegruppen, weil uns noch Zeit bleibt, ein leckeres Eis im vorhandenen Restaurant zu schlemmen und den Devotionalienhändlern noch ein paar Dollars dazulassen.
Die Victoriafälle sind unbedingt einen Besuch wert. Egal von welcher Seite oder in welcher Ebene. Wer in der Gegend ist, nehmt euch die Zeit dafür. Spannend wäre es jetzt natürlich noch, das Ganze zu sehen, wenn nicht ganz so viel Wasser da ist…… 😉 Das nächste Mal in Afrika.
Übrigens: SIM und SAM sind die Abkürzungen für die Länder Simbabwe und Sambia. Die Einheimischen fahren zum Einkaufen rüber nach SAM 🙂
