Da mein Mann nicht so der Wanderer ist, einigen wir uns hin und wieder auch mal auf Fahrradtouren. Wir wollten mal etwas kurzes ausprobieren, um dann im nächsten Jahr vielleicht mit einer längeren Tour zu starten. Nach einiger Recherche fiel die Entscheidung auf den Regnitz Radweg von Nürnberg bis nach Bamberg.
Diesen Radweg gibt es in zwei Varianten: der Talroute (runde 85 Kilometer) und der Kanalroute (ca. 75 Kilometer lang). Das sollte noch zu ein wenig Verwirrung führen im Laufe der Tour, aber davon später mehr.
Mit dem ICE gings nach Nürnberg. Der Einstieg ist auch mit E-Bikes durchaus machbar. In unserem Fall war es kein eigenes Radabteil, was es durchaus auch geben kann, sondern ein „gemischtes“ Abteil mit Kofferablage. Nachteil war, der Halt vor Frankfurt Hbf war Flughafen….. ergo Unmengen an Koffern und wir mussten erst einmal Platz schaffen. Aber mit vereinten Kräften 🙂

In Nürnberg, im Hotel Prinzregent, war ich schon mehrere Male zuvor und es ist auch auf Radfahrer ausgerichtet. Der Vorteil von diesem Hotel ist auch dieses Mal – es liegt zentral, knapp außerhalb der Stadtmauer und unser Radweg startet direkt in dem gegenüberliegenden Park, der Wörther Wiese.
Nach einem ausgiebigen, sehr leckeren und vielfältigem Frühstück (deswegen liebe ich dieses Hotel so, abgesehen von der Lage), holen wir unsere Räder aus der abschließbaren Fahrradgarage hinter dem Hotel. Wir sind nicht die Einzigen, die diese Nacht dort mit ihren Rädern verbracht haben, denn die Garage ist voll. Für E-Biker: dort gibt es auch Strom.
Wir schieben unsere Räder über die Straße und sind schon fast auf unserem Radweg. Der führt erst einmal durch die Innenstadt von Nürnberg, dann weiter an der Pegnitz entlang. Weil der Regnitzradweg ist nicht nur der Regnitzradweg, es ist der Pegnitz-/Regnitzradweg 🙂


Es ist noch recht früh, von daher sind die Touristenmassen noch nicht so unterwegs. Es ist das erste schöne Wochenende im Mai gewesen und die Parks und Grünanlagen sind leider vollgemüllt. Die meisten Leute haben ihre ganzen Müllreste rund um die Mülleimer drapiert wenn diese voll waren, und nun bauen die Krähen und Elstern gerade alles wieder auseinander.
Unser erster kurzer Halt ist ein Wasserrad knapp außerhalb von Nürnberg. Diese Wasserräder findet man mannigfaltig hier an der Pegnitz. Die hatten eine lange Tradition, wie überall an Wasserläufen, zum Antrieb von Mühlen. Nach nur wenigen Kilometern mehr kommt schon Fürth in Sicht. Die Städte liegen hier so eng aneinander, dass der Übergang fast nicht wahrnehmbar ist. Und Fürth ist eine echte Überraschung für mich. Ich hatte es neben Nürnberg irgendwie noch nie so richtig auf dem Schirm – ein Versäumnis! Die Altstadt ist toll, nicht sehr groß und es ist Markt, wir müssen unsere Räder schieben, aber sehr viele kleine Läden und Cafés und Restaurants. Wir beschließen spontan, noch keine 15 Kilometer gefahren, gleich noch einen Cappuccino zu trinken und uns das Treiben anzuschauen.



Kurz hinter Fürth wird aus unserem Weg entlang der Pegnitz, der Weg entlang der Regnitz. Wir folgen dem gut ausgeschilderten Radweg (die Tal- und die Kanalroute laufen hier noch parallel) bis wir an eine Sperrung kommen. Mit Sperrungen und Radwegen habe ich keine gute Erfahrungen gemacht und wir halten erst einmal und konsultieren Komoot, wie es denn weitergehen könnte. Da kommt aus eben diesem gesperrten Weg ein Radfahrer des Weges. Die Frage, ob man dort so durchkommt, wurde bejaht, sprich Sperrung hin oder her, also los gehts. Auf diesem rund 200 Meter langen Teilstück war die Teerdecke entfernt worden, heute an einem Samstag zwischen einem Feiertag und Sonntag wurde aber nicht gearbeitet und wir haben keinen gestört.
Für die nächsten zehn Kilometer gerät der Fluss aus dem Blick und wir radeln durch Wiesen und Felder in Richtung Erlangen. Als uns langsam der Hunger übermannt, kommt direkt ein Restaurant des Weges, das Grillrestaurant „Antep“. Wir sind die ersten Gäste. Es handelt sich um ein türkisches Restaurant, was allerdings klassische türkische Küche bietet. Einen Döner sucht man hier vergeblich. Es ist superlecker, leider etwas viel, was uns sehr leid tut.

Kurz danach treffen wir das erste Mal auf den Main-Donau Kanal. Kerzengerade und blendend hell führt dieser Weg entlang des Wassers.
Dieser Teil des Weges ist nur kurz, dann trennen sich die beiden Radwege und es fängt an schwierig zu werden mit der Beschilderung. Die Zeichen sind identisch bis auf die Farbe. Das allein wäre nicht das Problem. Allerdings fangen die Zeichen an sehr klein zu werden und stellenweise überwuchert von dem Grün, was jetzt gerade sprießt. Und schon fangen wir an uns mehrmals zu verfahren, bis wir nach rund 40 Kilometern wieder die Kanalroute erreichen. Die ist einfach – gerade entlang des Wassers ist schon richtig.
Nach beinahe 50 Kilometern haben wir unser Ziel Forchheim erreicht. Unser Hotel, das Holiday Inn NIU, hat für Radfahrer eine Ecke in der Tiefgarage. Nachdem es ziemlich heiß war an dem Tag hat mein Mann mir die Gefolgschaft verweigert, noch einen Gang durch die Stadt zu machen, nachdem wir die Räder abgeliefert haben und ich bin noch eine kleine Runde allein los.


Zum Abendessen sind wir dann durch den Bahnhof auf die andere Seite der Gleise zum Restaurant „Okonomi“. Auch hier volle Empfehlung. Reservierung am Wochenende ist sinnvoll.
