Das NIU ist ein klassisches Businesshotel und jetzt, am langen Wochenende, ist die ein oder andere Gruppe am Start. Dementsprechend ist es am Frühstücksbüffet ein wenig hektisch. Zumal mein Mann und ich beide keine Frühaufsteher sind, wenn unser Kater nicht versorgt werden will 😉
Nachdem wir gestern ein wenig gehadert haben mit dem Talradweg, wir uns das ein um das andere Mal verfahren haben weil wir die Schilder nicht rechtzeitig im Grün entdeckt haben, entschließen wir uns heute, die Kanalroute zu nehmen. Für Bamberg wollen wir unbedingt noch genügend Zeit haben, um uns die UNESCO Stadt näher anzuschauen.
Dennoch starten wir einigermaßen gemächlich und halten auch noch an der ein oder anderen Sehenswürdigkeit von Forchheim. So auch an der „Kaiserpfalz“ die wahrscheinlich, nach heutigem Kenntnisstand, niemals einen Kaiser beherbergt hat. An dieser Stelle war bis ins 14. Jhd. hinein gar keine Burg. Erst mit den Bischöfen im 14. Jhd. wurde an dieser Stelle gebaut. Aber einerlei, wenn es nicht so früh wäre, könnte man diese dennoch sehenswerte Burg, besichtigen.


Kurz hinter Forchheim schwenken wir auf den Radweg entlang des Main-Donau Kanals. Immer geradeaus, wir wähnten uns auf der sicheren Seite. Überqueren einer Straße, es geht nur rechts oder links, kein Regnitz -Zeichen zu sehen, also grobe Richtung geschätzt wo wir hin müssen und – Zack falsch und vier Kilometer mehr auf dem Tacho. Also nicht links nach dem Queren der Straße, sondern rechts.

Keinen Kilometer weiter kommen wir an dieser netten Rast vorbei. Nicht nur, dass es hier gekühlte Getränke gibt, es gibt auch Sitzmöglichkeiten im Schatten und fränkische Mundart von Einheimischen. Nicht immer verständlich, aber durchaus freundlich. Nach unserer kleinen Zusatzrunde, kommt das gerade recht.
Der Rest des Weges ist ziemlich unspektakulär. Immer geradeaus. Keine weiteren Schwierigkeiten, keine weiteren Sehenswürdigkeiten. Die Dörfer entlang des Weges sind nicht nah genug, um dort hin zu fahren. Nach 27 Kilometern kommen wir noch an einer interessanten Skulptur vorbei. Frau trägt Mann und das Ding heißt dann auch noch „Zur Rentnerruh gebracht“. Die Feministin in mir ist außer sich 😉



Dann erreichen wir Bamberg und wir entscheiden uns gleich in Bamberg zu bleiben und nicht noch bis zum Ende des Regnitz Radweges zu fahren. Das wäre noch ca. fünf Kilometer weiter, wenn die Regnitz in den Main fließt. Wir nutzen die Zeit lieber, uns Bamberg anzuschauen.
Fazit: Natürlich könnte man diesen Radweg auch an einem Tag fahren. Es wäre allerdings schade, die schönen Städte am Wegesrand nicht anzuschauen. Nürnberg ohnehin, aber auch Fürth, Forchheim oder Bamberg überzeugen durch mittelalterliche Architektur und mehr oder weniger wichtige Plätze, fränkischer Bierkultur und Gastlichkeit. Fürth einfach so, Forchheim mit seiner vermeintlichen „Kaiserpfalz“ oder Bamberg als UNESCO Weltkulturerbe. Bamberg werden wir auf jeden Fall nochmal besuchen. Unser Hotel dort, das „Altstadthotel Messerschmitt“ ist ebenso eine Empfehlung wert, wie das gegenüberliegende Restaurant „Sternla“ (bereits seit 1380 ein Gasthaus).
Der Radweg selbst ist, in der Kanalvariante, etwas langweilig. Dafür einfach zu finden, na ja meistens. Die Talvariante, am ersten Tag, war abwechslungsreicher. Alles in allem: ein einfacher Weg mit allerhand Kultur am Wegesrand.
