Dieses Mal starte ich an der Saalburg. Es ist Freitag, es ist echt wenig los. Noch das obligatorische Saalburg-Foto und los geht es über die Brücke am Ende des Parkplatzes.
Wenn man hier so durch den Wald läuft, sieht man rechts oder links gerne mal kleine Wälle. Im Zweifel so groß, dass man darauf laufen kann. Das sind die Reste des Limes. Bis heute kann man, wenn man einen Blick dafür bekommen hat, diese Aufhäufungen gut entdecken. Der Limes an sich war mit Holzpalisaden an vielen Stellen erhöht, um wirklich eine „Mauer“ zu bilden, die sind logischerweise nicht mehr da. Auch entlang dieser Strecke heute gibt es immer mal wieder Infotafeln für Wachtürme, aber ich habe den Eindruck, es werden weniger.


Bald komme ich am Freizeitpark Lochmühle raus. Der ist im Moment geschlossen und erst später werde ich auf einer Infotafel lesen, auch hier war ein Kleinkastell zu finden. Es wird warm und ich ziehe mal eine Lage Jacken aus, zumal…. von hier aus geht es bergan in Richtung Kapersburg.
Entlang des Weges gibt es jede Menge Grenzsteine. Eine Infotafel gibt Aufschluss: Über die Jahrhunderte hinweg hat man den bereits vorhandenen Limes einfach weiter genutzt als Grenzmarkierung zur angrenzenden Wetterau. Zuletzt im 19. Jhd. wurden systematisch Grenzsteine gesetzt und immer noch entlang des Limes. Für die nächsten zwei/drei Kilometer ist alle geschätzt 200 Meter ein Grenzstein. Da wollte wohl jemand sicher gehen.


Bald habe ich den ersten Hügel hinter mir und sehe ein gut abgesichertes Gelände mit Warnschildern. Hier ist ein Munitionslager der Bundeswehr. In meiner Jugend wurde sogar kolportiert, hier seien Raketensprengköpfe eingelagert gewesen. Ob da was dran war oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt. Auf jeden Fall bedeutet es einen Umweg, weil man da halt nicht so durch darf. Der Weg wird jetzt ein Pfad abseits der kleinen Straße, die hier entlang geht und erstaunlich gut frequentiert ist. Der Pfad wird offensichtlich selten genutzt in dieser Jahreszeit, die Brombeeren sind wild entschlossen, ihn sich zu holen.
Nach rund zehn Kilometern bin ich auf der Kapersburg. Dieses Kastell war mit Soldaten aus der Nähe bestückt, aus Nida (ungefähr zwischen Heddernheim bzw. der Römerstadt; Stadtteile im heutigen Frankfurt). Hier bin ich sogar nicht allein, ein anderer Wanderer begegnet mir hier. Aber er ist im Gehen begriffen, während ich hier mir eine Bank in der Sonne suche und meinen Tee und mein Brot auspacke. Es ist superstill hier oben. Wenn nicht die ganzen Bäume da wären, könnte man super nach unten schauen und den Ort Pfaffenwiesbach beobachten. Mit Sicherheit hatten die Römer seinerzeit hier keine Bäume stehen lassen.


Nach meiner kleinen Pause geht’s weiter in Richtung Langenhain-Ziegenberg. Ich bin ein wenig spät dran, von daher muss ich ein wenig auf die Tube drücken, um nicht in die Dunkelheit zu kommen.
Vorbei an zwei weiteren Kleinkastellen kommt mir ein abgelegenes Forsthaus in den Weg, wo man Honig kaufen kann. So einfach Mitten im Wald. Am Tor hängt ein Schild „Geöffnet“, also gehe ich hinein. Ich bin ein echter Honigfreak, ich liebe Honig. Am liebsten mag ich den echt herben Kastanienhonig. Leider bekommt man den nicht überall, von daher schaue ich gern in jeden Shop, ob es ihn dort gibt. Also klopfe ich den Besitzer des Hauses raus und tatatata…. er hat prompt auch Kastanienhonig im Angebot. Und einen tollen Honiglikör. Der Weg – man kommt (Adresse Kaisergrube 1, Herr von Wehrle) dort nur zu Fuß hin – lohnt. Es gibt keinen Fahrweg (na ja, halt eben nicht für jeden), aber der Honiglikör ist ein Traum. Zum Honig bin ich bisher noch nicht gekommen, erwarte aber nur Gutes.

Mit einem echt schweren Rucksack geht es auf die letzten paar Kilometer, zum Glück bergab. Am Gaulskopf Turm (kann man hochsteigen) vorbei, immer dem Fahrweg folgend, erreiche ich nach knapp 18 Kilometern einen Parkplatz. Hier wird es noch mal spannend auf den letzten Kilometern, weil alles Baustelle. Nach kurzer Kartenkonsultation (ich habe immer auch Papier dabei ;)) finde ich einen kleinen Nebenweg und bald drauf auch mein Auto. Die Öffentlichen sind, selbst wenn keine Baustelle ist, keine Alternative nach Bad Homburg. Ich wäre mehr als zwei Stunden unterwegs und müsste über Frankfurt fahren. Somit …. ab ins Auto und zurück.
Ach so, warum der Titel? 🙂 Die Römer mussten erhebliche Mengen Mensch versorgen am Limes. Die Zufuhr an Getreide und Obst kam durch die umliegenden Felder und Obstbäume. Die Wetterau war die Kornkammer für den Bereich des Limes von der Saalburg nach Osten. Auch die große Liegenschaft Nida wurde von dort versorgt. Und der Weg heute ging fast die ganze Zeit entlang der Grenze zur Wetterau. Da ist der Zusammenhang.
