
Der raetisch-römische Limes ist insgesamt 550 Kilometer lang. Der Teil, der durch den Taunus geht, ist als Limeserlebnispfad gekennzeichnet. Er geht von Langenhain-Ziegenberg über die Saalburg, Glashütten südlich von Idstein, nördlich von Bad Schwalbach bis nach Holzhausen an der Haide. Insgesamt sind es rund 85 Kilometer, faktisch einmal von Ost nach West (oder wahlweise andersrum) quer durch den Taunus.
Das ist mein nächstes Projekt und ich habe die Zeit zwischen den Jahren prompt genutzt, um damit auch sogleich anzufangen. Mein Rücken war ein wenig aus dem Tritt, von daher hatte ich mich entschieden, nicht gleich eine große Etappe zu laufen, sondern erst mal klein anzufangen.

Sowohl Glashütten als auch die Saalburg sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln einigermaßen zu erreichen. An sich …… Leider nicht so gut an Feiertagen oder direkt nach einer Umstellung der Fahrpläne.
Mein Mann ist so nett und fährt mich erstmal nach Glashütten. Wenn man am Friedhof von Glashütten parkt, geht dort auch gleich der Weg entlang. Also starte ich meinen Weg erst mal grob in Richtung Osten, in Richtung des Feldberges. Gerade hier rund um den Feldberg ist die Auszeichnung des Weges sehr gut. Parallel zu meinem Weg geht auch der WaldGLASWeg (insgesamt 1,7 Kilometer) entlang. Glashütten hat, wie der Name schon andeutet, eine Vergangenheit mit dem Herstellen von Glas. Es gibt auf diesem Weg mehr als eine ehemalige Glashütte. Aber dieser Weg begleitet mich nur rund einen Kilometer, bevor es für mich rechts bergan in Richtung „Rotes Kreuz“ geht. Leider im Moment nicht bewirtschaftet.


Für mein Thema, den Limes, gibt es allerhand Schilder am Wegesrand. Die Römer waren schon geniale Strategen. So grob alle Kilometer waren Wachtposten aufgestellt. Natürlich sieht man heute, fast 2000 Jahre später, nur mit Glück noch Fundamente (es sei denn, die sind auch geklaut worden, um was anderes zu bauen). Aber die Archäologen haben hier schon immer viel gebuddelt und so sind die Wachtposten recht gut dokumentiert.
Nach rund drei Kilometern kommt man am Feldbergkastell vorbei. Neben den ganzen Wachtürmen gibt es immer wieder kleinere oder größere Kastelle, an denen kleine bis mittlere Einheiten stationiert waren, die die Grenze nach Norden gesichert haben. Hier waren vermutlich rund 160 Mann stationiert (Quelle: Wikipedia). Hier innerhalb der Mauern mache ich eine kurze Teepause, weil es echt kalt ist.
Nach weiteren rund 1,5 Kilometern komme ich an einer weiteren Infostelle vorbei: Wp 3/49 „Teufelquartier“ war der höchstgelegene Wachturm des obergermanisch-raetischen Limes.


Der nächste Point of Interest ist der Sandplacken. Im Moment ist nur in einem der hier vorhandenen Häusern die Gastwirtschaft bewirtschaftet. Hier wäre die Möglichkeit der Einkehr. Die Küche ist rumänisch, mal was anderes, aber auch die Klassiker wie Schnitzel sind zu bekommen.
Über die Kanonenstraße, am Parkplatz vorbei, ist leicht rechts versteckt ein weiteres kleines Kastell, das sogenannte „Kleinkastell Altes Jagdhaus“. Hier waren nur 20-30 Römer stationiert. Wenn ich mir den Umriss so anschaue – klein trifft es. Also groß gewohnt hat wohl keiner der Soldaten. Leicht links über einen Trampelpfad bin ich wieder auf dem Weg. Hier an der Stelle ist der Limeserlebnispfad gleich mit dem Limesradweg, der hier auch entlangläuft. Der ist allerdings ein wenig länger als 85 Kilometer, nämlich 1100 Kilometer.

Aber der gemeinsame Weg endet alsbald und der Wanderweg geht leicht links in einen schmaleren Waldpfad hinein. Die nächsten zwei Kilometer geht es entlang von einem schmalen Pfad durch den alten Wald und bald auch eine Brachfläche, wo die vergangenen Trockenjahre und der Borkenkäfer ihren Tribut gefordert haben. Kurz vor Ende des Pfades ist ein weiteres Kleinkastell „Heidenstock“ zu bewundern.
Hier verlaufe ich mich dann. Vielleicht ist der Baum mit dem Zeichen weg, vielleicht fehlt es, auf jeden Fall bin ich auf einmal wieder auf dem Radweg. Schön zu laufen und um Strecke zu machen, aber falsch. Der nächste Weg rechts, logischerweise wieder nach oben auf den Kamm, folgt nach einem Kilometer.
Wieder oben angekommen, laufe ich an einem modernen Wachturm vorbei. Der Richtfunkstation Rosskopf. Ein weiteres Fundament eines Wachturms kreuzt meinen Weg, bevor es hinab geht in Richtung Saalburg.



Die Saalburg ist eine der am besten erforschten Römerstandorte am Limes. Hier war ein sogenanntes Kohorten-Kastell, sprich rund 500 Mann waren hier stationiert. Somit schon eher groß. Die Saalburg ist über die hessischen Grenzen hinaus bekannt. Hier wurde intensiv gebuddelt und geforscht, die Umgebung ist bestens dokumentiert und das Kastell ist weitestgehend originalgetreu wieder aufgebaut worden. Unter der Woche findet man hier viele Schulklassen, aber es ist für jeden was dabei. Man kann dort sogar „echt römisch“ speisen. Auf www.saalburgmuseum.de einfach mal den Veranstaltungskalender konsultieren, ich finde hier ist für jeden was dabei.
Ich gehe zur Bushaltestelle und dort die Überraschung. Die RMV-App und der angeschlagene Plan stimmen nicht überein. In der App kommt der Bus in 5 Minuten (Punktlandung sozusagen), auf dem angehängten Plan ist der Bus eine Minute gerade weg. Ich habe zwar keinen Bus fahren sehen, aber was tun, sprach Zeus äh Jupiter.
Ich rufe meinen Mann an. Kaum habe ich aufgelegt, kommt ein Bus, stellt den Motor aus und macht Pause. Bis mein Mann ankommt, hat sich der Bus nicht bewegt……

