Ich habe kurz vor dem Jahreswechsel angefangen den Limeserlebnisweg zu erwandern (die nächste Veröffentlichung fängt mit der ersten Etappe an, ihr dürft gespannt sein :). Thematisch passend gibt es derzeit im Archäologischen Museum in Frankfurt die Ausstellung „Frankfurts römisches Erbe – Archäologie einer lebendigen Vergangenheit „.
Gleichzeitig habe ich bei einer VHS Führung zu Goethe im letzten Jahr dieses Zeichen gesehen:

Das ergab das folgende Joint Venture an Ideen.
Die Via Brentano ist ein Rundweg in Frankfurt, der sich den Brentanos widmet. Hier insbesondere Bettina und Clemens Brentano. Diese beiden Geschwister waren prägend für die Romantik. Bettina Brentano ist heute besser bekannt als Bettina von Arnim. Ihr Mann war ein Freund ihres Bruders Clemens. Diesen Rundweg findet man auf der Seite „Via Brentano – Route der Romantik | Stadt Frankfurt am Main„. Dort ist auch der Link zu den Hörstationen. Insgesamt sind es 17 Hörstationen, ich bin heute die Nummer 1-14 abgelaufen, wobei die Station sieben, das Karmeliterkloster, für mich der Stopp und die Verbindung zu den Römern dargestellt hat, da hier das Archäologische Museum untergebracht ist.
Der Weg der Via Brentano ist nicht ausgeschildert. Die Markierung ist nur an den Hörstationen zu finden und auch hier nicht immer – zumindest habe ich es nicht immer gefunden. Die Stationen 15-17 habe ich ausgelassen, diese sind der Hauptfriedhof und der Brentanopark in Rödelheim, dass war für heute zu weit.
Der Start des Weges ist die Hauptwache in Frankfurt, zentral erreichbar mit dem RMV. Hier habe ich das Zeichen nirgends entdecken können, was jetzt aber auch kein Wunder ist.


Von dieser ersten Hörstation geht es weiter zum Parkhaus Hauptwache – eine, wie ich finde, ungewöhnliche Wahl. Der junge Mann beordert dich in die oberste Etage eines der ältesten Parkhäuser Frankfurts, vielleicht sogar Deutschlands.. Die Aussicht ist gut, allerdings durch die Scheiben nicht so gut zu fotografieren. Die Romantik hält den Einzelnen dazu an, den Blick einmal anders auf sein Umfeld zu werfen, das geschieht an diesem Punkt.

Von hier aus weiter geht es in Richtung Goethe Haus und dem Deutschen Romantik Museum. Passend zu dem Thema des Rundganges. Hier sind gleich drei Hörstationen vereinigt. Da mein Ziel heute die Römer sind, lasse ich das Romantik Museum links liegen (das Goethehaus kenne ich schon) und laufe weiter.
Hier ist dann ein kleiner Abstecher angesagt. Es ist 12:30 Uhr und ich könnte einen Snack vertragen. Irgendwann im letzten Jahr hatte ich am Willy Brandt Platz ein neues Café gesehen, das „Schmarrnsinn“, das sich der Herstellung vom Kaiserschmarrn verschrieben hat. Da bin ja nahezu eine Expertin und muss es probieren, obwohl mir von Anfang an die Verbindung Frankfurt und Kaiserschmarrn etwas suspekt erschienen ist. Es sollte sich erweisen: Mit Recht. Offensichtlich ein In-Platz – die Teenis mit Handykameras und Selfies lassen grüßen, die in babylonischer Sprachverwirrung sich „ihren“ Kaiserschmarrn am Bestellboard zusammenstellen. Ich werde schon misstrauisch als ich die ganzen Komponenten sehe mit denen man einen Kaiserschmarrn so verhunzen kann. Todesmutig wähle ich die „einfache“ Version, also mit Apfelmus, Zimt und Zucker. Ich werde nicht überrascht. Leider. Diesen Kaiserschmarrn muss man unter zig verschiedenen Soßen und Toppings verstecken. So gar nicht meins.

MMein nächster Halt ist das Archäologische Museum mit der derzeitigen Sonderausstellung. Der Eintritt beträgt zehn Euro, und ich konzentriere mich auf eben diese Sonderausstellung. Gezeigt werden unter anderem der Mithras-Kult in der hiesigen Gegend, Fundstücke aus Nida (dem heutigen Heddernheim), dem Hauptort der damaligen Civitas Taunensium. Der Limes wird erklärt – mein erklärtes nächstes Ziel – und auch die „Kelten“ in der Region werden thematisiert (hier gab es wohl ein wenig Sprachverwirrung, da Kelten, Gallier und Germanen gern einmal synonym verwendet wurden).
In Nida lebten etwa 5.000 Menschen, für die damalige Zeit also ein eher großer Ort. Von hier wurden auch Truppen an den Limes entsandt. So waren zum Beispiel auf der Kapersburg römische Soldaten aus Nida stationiert.



Von hier aus geht es über die Kirche St. Leonhard zum Eisernen Steg. Hier erklärt mir die Stimme des Erzählers, dass das anbringen von Schlössern, in die die Namen der Liebenden geritzt sind (Heute eher mit Edding geschrieben), der Schwur ewiger Liebe und das anschließende Wegwerfen des Schlüssels in den Main keine neue Erfindung sind. Schon zu Zeiten von den Brentanos gab es dieses Ritual. Ob es damals schon ähnlich wirksam war wie heute?


Der nächste Stopp ist, natürlich der Römer mit dem Dom. Ich schlendere ein wenig in der „neuen“ Altstadt herum, lasse mich zu neuen Wanderungen in dem Büro der Frankfurter Bürgerberatung inspirieren (sehr gute Auswahl und nette Beratung!), schaue mir die Ruinen der Kaiserpfalz franconofurd an und kaufe noch ein paar Postkarten.
Von hier aus geht es zu meinen letzten drei Hörstationen: die Stadtbibliothek, den neuen Börneplatz und die Kleinmarkthalle. Alle drei Stationen sahen zu Zeiten der Romantik und den Brentanos natürlich anders aus als heute, aber zum Beispiel ist die Stadtbibliothek Teil des Weges, weil dort die Bücher der Brentanos (oder von Arnim) auszuleihen sind.
Ich beende diesen Tag mit einem Besuch der Kleinmarkthalle. Dieses Kleinod in Frankfurt ist der Ort, wo man ungewöhnliche Speisen genauso bekommt, wie die klassischen Frankfurter Nahrungsmittel wie Handkäs oder Rindswürste. Nicht nur Touristen frequentieren die Kleinmarkthalle, sondern auch Einheimische. Ein toller Ort, wo man auch noch gut essen kann 😉
