…. beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück. Wir lassen uns Zeit, bis die großen Gruppen wieder unterwegs sind und machen uns dann wieder den steilen Weg zurück. Es gibt entlang der Strecke den ein oder anderen Aussichtspunkt mit Parkplatz, den wir dann auch gleich mitnehmen.



Unten angekommen machen wir uns auf den weiten Weg zur Sandwüste Wahiba Sands, unserem nächsten Stopp. Der Weg ist weit, von daher halten wir nicht an den Sehenswürdigkeiten am Straßenrand, die es durchaus gegeben hätte. Aber auch heute wollen wir mit Sicherheit nicht in der Dunkelheit ankommen. Wir verlassen auch bald das gebirgige Gelände und es wird immer flacher.
Bald tauchen am Straßenrand die Zeichen „Vorsicht, kreuzendes Dromedar“ auf. Mein Mann fährt und so kann ich in aller Ruhe Ausschau halten…. und…… da stehen tatsächlich Dromedare am Straßenrand rum. Es gibt hier keine Zäune, sie laufen frei. Wie auch immer die Besitzer sie 1. auseinanderhalten und 2. sie wieder einfangen. Auf jeden Fall, an einer geeigneten Stelle zum Stehenbleiben ist dieses Foto entstanden. 🙂


Der Ort Badiyya ist das Tor zur Wahiba Sandwüste. Dort hält man an einer der vielen Stellen, an denen man Luft aus den Reifen lässt. Das Fahren auf diesem feinen Sand ist wie das Fahren auf Eis und Schnee – sehr schwammig. Wenn man Luft aus den Reifen lässt, vergrößert man die Auflagefläche und gräbt sich nicht so schnell ein – Weil in den Mietwagen gibt es keine Ausrüstung zum Freischaufeln. 🙂 (Kleiner Tipp am Rande: In der Kalahari habe ich mich mal mit einem Golf ohne Vierradantrieb eingegraben! Fußmatten, die meistens in den Autos sind, sind an der Stelle Gold wert. Klappt zur Not auch mit denen.)
Unser Tour Operator hat die Tankstelle einprogrammiert, an der wir halten sollten. Dort kommt auch gleich ein junger Mann angelaufen, der uns hilft. Natürlich ist dafür ein kleiner Obolus fällig; drei Rial haben wir ihm gegeben.
Die folgenden fünf/sechs Kilometer noch auf Asphalt sind jetzt dann blöd zu fahren, aber gut. Dann, zack, ist der Asphalt zu Ende und die Wüste fängt an. An dieser Stelle haben wir in Vorbereitung Folgendes gelesen: Die Häuser hier im Übergang sind überwiegend von Beduinen bewohnt. Hier soll schon so manch ein Tourist angesprochen worden sein, dass das Fahren in der Wüste zu den Camps ohne die kundige Begleitung eines selbstlosen Menschen todbringend sei. Bilder von liegengebliebenen Autos, verzweifelten, verdurstenden Touristen werden verbal gemalt. Zum Glück hatten diese Lebensretter gerade keine Zeit. 🙂

Der Weg zu diesen Camps ist eine Rennstrecke. Jeden Tag fahren dort Dutzende von Autos entlang. Des Weiteren gibt es eine Stromleitung, die, wenn man an ihr entlangfährt, zu jedem Camp leitet. Wenn man sich links von dieser Stromleitung hält, sieht man die vielen Spuren von den anderen Autos. Wenn man nicht zwingend abenteuerlustig ist und meint, man muss mal einen anderen Weg nehmen…. ist Verfahren eher unwahrscheinlich. An einer einzigen Stelle wird es ein wenig schwierig, weil ebendiese geschäftstüchtigen Kollegen gerne mal die Schilder abbauen bzw. umdrehen (laut dem Camp): Man fährt nach ungefähr 20 Kilometern auf eine große Bauruine zu. Da gibt es drei Fahrrinnen. Eine rechts drum herum, eine links und eine scharf links, leicht bergauf. Wir haben die links drum herum genommen und sind an dem Hügel hinter der Ruine bergauf gescheitert (am Tag drauf, bergab ging es dann). Also wenden (sehr witzig auf Sand) und zurück zur „Kreuzung“, dann haben wir den Weg scharf links leicht bergauf genommen und der war es dann auch. Aber das war das einzige Mal, wo wir echt besser auf das Navi gehört hätten. Die Schilder lagen an der Stelle im Sand.
Und selbst wenn man liegen bleibt, siehe oben Rennstrecke, kommt bestimmt jemand vorbei. Sicher! Dessen ungeachtet gilt die Grundregel in der Wüste: Nimm Wasser mit. Ausreichend. Wir hatten für jeden von uns jeweils vier Liter dabei.
Auch an Dromedaren kommen wir wieder vorbei. Die sind hier auch wieder mutterseelenallein unterwegs. Aber bei dem ein oder anderen sind die Beine gebunden, dass sie sich nicht zu weit weg machen.

Irgendwann sind wir dann in unserem Camp, dem „1000 Nights . Eine „Oase“ mitten in der Wahabi Sands. Lauter kleine Zelte (jedes mit AC und einem kleinen Bad) und … ein Pool. Ökologisch sicher diskutabel, aber toll ist es schon. Wir beziehen unser Zelt und gehen dann auch gleich mal baden. Es ist ein Knaller mitten in der Wüste baden zu gehen. Und nach dem ganzen Staub ist das Luxus pur.


Aber bald geht die Sonne langsam unter und es wird kalt. Sprich kälter als im Wasser … und ich will ja noch den Sonnenuntergang fotografieren. Also zurück, Kleidung wechseln und auf geht es in die Dünen. Auf Dünen hochzulaufen ist maximal anstrengend, finde ich. Ein Schritt nach vorne, rutscht man mindestens die Hälfte wieder hinab. Oben angekommen, kommt der nächste Hügel. Nach dreien habe ich genug und setze mich in den Sand, betrachte meine Umgebung, genieße die Ruhe (allein bin ich natürlich nicht, aber gut, war ja zu erwarten). Aber alle sind leise und hören in die Stille, die für die Wüste signifikant ist.





Als ich die Sonne nicht mehr sehe, laufe ich den Weg zurück, hole meinen Mann ab und wir gehen essen. Nach dem Pool verzichten wir darauf noch zu duschen, Wasser ist rar. Es wird hier in Tankwagen angekarrt. Man muss es ja nicht übertreiben. Und bei der trockenen Luft schwitzt man auch nicht so viel.
Am nächsten Tag fahren wir nur noch zurück an die Küste zu unserem Hotel, in dem wir noch vier Tage am Strand verbringen. Wir brauchen ewig, weil nach wie vor im Oman Straßen gebaut und modernisiert werden und wir mehr als 150 Kilometer nur mit 60/40/60 km/h vorankommen. Das kostet unfassbar viel Zeit. Ein kurzer Abstecher zu einem Wadi ist noch drin, aber mehr auch nicht.


Fazit: Oman ist hervorragend. Abwechslungsreich mit alter Kultur und Landschaften. Die Menschen sind stolz, nicht aufdringlich, angenehm. Die Straßen sind toll zu fahren, werden erstklassig instandgehalten. Klar, der Sultan ist mit unseren westeuropäischen Demokratievorstellungen nicht so einfach vereinbar. Aber muss es das denn? Das Preisniveau ist wie hier in Deutschland.
Als Frau: Ein einteiliger Badeanzug gilt als angemessen. Im Wadi: Man kann dort baden und wenn man das will, sollten die Knie und die Schultern bedeckt sein. Übrigens hier auf dem Land für beide Geschlechter. Ansonsten sollten lange Hosen, oder Röcke für Frauen im Gepäck sein; Schultern sind zu bedecken.
Wir hatten tolle Tage und werden noch mal hierherkommen. Mit ein wenig mehr Zeit, weil wir haben nur an der Oberfläche gekratzt mit diesen Tagen. Und außerdem wartet die Hochebene mit den Wanderwegen auf mich. Volle Empfehlung für „Die Schweiz Arabiens“

